Es wird wieder teurer

Immobilien in Deutschland: Der Preisverfall scheint zu Ende

Nach der Zinswende und den gestiegenen Finanzierungskosten waren die Immobilienpreise zuletzt spürbar gesunken. Doch diese Entwicklung scheint vorbei. Denn in Deutschland wird der Wohnraum immer knapper. Das lässt die Preise wieder anziehen.

Vor allem in den größten Städten müssen Immobilienkäufer wieder tiefer in die Tasche greifen. Laut einer Bloomberg-Analyse von Daten der Plattform Immowelt lagen die Immobilienpreise im Juni in Köln beispielsweise um vier Prozent höher als im Vorjahr. Auch in München gehe es mit den Preisen wieder bergauf, genauso wie in Frankfurt, wo es mehr oder weniger wieder genauso teuer sei Immobilien zu kaufen, wie vor der Zinswende.

 

Steigende Mieten – höhere Nachfrage

In Deutschland leben viele Menschen in Mietwohnungen. Doch die Mieten kennen seit Monaten nur eine Richtung und zwar nach oben. Trotz der gestiegenen Zinsen wollen deshalb viele lieber in den eigenen vier Wänden leben, statt vom angespannten Mietmarkt abhängig zu sein. Das heißt, es sind wieder deutlich mehr Menschen auf der Suche nach einem passenden Kaufobjekt als in der Vergangenheit. Und eine größere Nachfrage treibt bekanntlich die Preise.

Schwierige Lage für Neubauten

Bauunternehmen werden mit höheren Finanzierungskosten und hohen Bauauflagen belastet. Das verschärft die Lage zusätzlich, denn neu gebaut wird kaum noch. Laut Schätzungen des Ifo-Instituts werden im Jahr 2025 etwa 175.000 Wohnungen fertiggestellt. Das ist fast ein Drittel weniger als im Jahr 2023. Bedenkt man, dass die Bundesregierung 400.000 neue Wohnungen pro Jahr ausgerufen hat, wird dieses Ziel deutlich verfehlt. Und die neuen Wohnungen sind nicht nur zu wenig, sie sind für viele auch zu teuer. Denn Neubauten sind in den allermeisten Fällen deutlich preisintensiver als Bestandsimmobilien. Die Bundesregierung will bis 2027 rund 18 Milliarden staatliche Mittel zur Verfügung stellen, um den Bau bezahlbarer Wohnungen anzukurbeln. Laut Bundeskanzler Olaf Scholz brauche man „Neubau in großem Stil“. Bisher ist wenig daraus geworden. Kein Wunder, die Auflagen machen – neben privaten Bauwilligen – auch den Investoren einen Strich durch die Rechnung. Hohe Auflagen kosten viel Geld und so ist es nicht verwunderlich, dass bezahlbarer Wohnraum kaum mehr entstehen kann.

 

Neue Auflage aus Brüssel

Viele Auflagen bei Neubauten betreffen den Klimaschutz. Und Klimaschutz im Gebäudebereich wird in Zukunft ein immer wichtigeres Thema sein. Wann und wie viel Klimaschutz beim Bauen notwendig ist, darüber wird allerdings heftig diskutiert. Eine neue Vorgabe der EU erhitzt aktuell die Gemüter. Ab 2028 bzw. 2030 sollen Neubauten keine Schadstoffe mehr ausstoßen dürfen. Viele halten das Ziel für richtig, den Zeitplan aber für viel zu knapp. Es gibt auch Stimmen, die einen völligen Bau-Crash vorhersagen, sollte die EU-Vorgabe exakt umgesetzt werden. Diese würde die Kosten des Bauens und Wohnens dramatisch steigern und die Bautätigkeit völlig zum Erliegen bringen.

Wenn es wirklich so kommt, dürfte das die Preise auch für Bestandsimmobilien weiter nach oben treiben. Dabei fragt man sich, sind es alleine Auflagen für den Klimaschutz, die die Preise für Neubauten so stark ansteigen lassen? Einige Fachleute geben zu bedenken, dass es eine Menge Vorschriften gäbe, deren Sinn niemand so wirklich verstehe, die aber hohe Kosten verursachten.

 

Was bedeutet das für Käufer

Angesichts der angespannten Lage auf dem Mietwohnungsmarkt und den stark steigenden Mieten zieht die Nachfrage nach Kaufobjekten wieder an. Die Konkurrenz auf dem Markt wird größer. Nach der Schockstarre der vergangenen zwei Jahre scheinen sich Kaufwillige mit dem gestiegenen Zinsniveau abgefunden zu haben. Historisch gesehen, befinden wir uns aber noch auf einem niedrigen Zinsniveau. Und noch gibt es Objekte zu überschaubaren Preisen. Wer ein finanzierbares Objekt findet und die diversen Förderprogramme, etwa zur energetischen Sanierung nutzt, hat momentan noch gute Chancen auf die eigenen vier Wände. 

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