Neues Programm der KfW „Jung kauft alt“

Neue Förderung für den Kauf älterer Immobilien

 Voraussichtlich zum 3. September soll das neue Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW an den Start gehen. Unterstützt werden Familien mit Kindern, die ein älteres Objekt kaufen, sanieren und selbst bewohnen wollen.

Was steckt dahinter?

 In Deutschland fehlt Wohnraum. Es wird kaum noch neu gebaut und wenn gebaut wird, ist es für viele meist unerschwinglich. Mit dem geplanten Programm „Jung kauft alt“ sollen junge Familien Unterstützung beim Kauf und der energetischen Sanierung von älteren Objekten erhalten. Damit will die Bundesregierung erreichen, dass im Gebäudesektor etwas für die Energiewende getan und gleichzeitig Leerstand vermieden wird. Denn vor allem in ländlichen Regionen sind viele Immobilien nicht bewohnt. In Sachsen-Anhalt sind es rund 8,4%, in Sachsen 7,8%, in Hessen gut 6% und in Baden-Württemberg 5%.

Die Förderkonditionen sind bislang für „Jung kauft alt“ nicht bekannt. Fest steht: Die Förderung wird in Form eines zinsverbilligten Kredites gewährt und von der KfW abgewickelt. Auf jeden Fall ist der Kauf eines Altbaus an die Bedingung geknüpft, dass die neuen Besitzer die Immobilie energetisch sanieren. Saniert werden muss mindestens auf den energetischen Standard „Effizienzhaus 70 EE“ gemäß der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ und zwar innerhalb von 54 Monaten nach Zusage der Förderung unter Einbindung einer Expertin oder eines Experten für Energieeffizienz. Zudem darf das Kaufobjekt zum Zeitpunkt des Antrags gemäß eines gültigen Energiebedarfs- oder verbrauchsausweises maximal in der Energieeffizienzklasse F, G oder H liegen.


Weitere Voraussetzungen:

Beantragen können die neue Förderung Privatpersonen, mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren. Das zu versteuernde jährliche Haushaltseinkommen darf 90.000 Euro bei einem Kind, zuzüglich 10.000 Euro für jedes weitere Kind nicht überschreiten. Käufer dürfen zum Zeitpunkt der Antragstellung über kein Wohneigentum verfügen.

Der Antrag bei der KfW muss vor Abschluss des Kaufvertrags gestellt werden. Gefördert werden nur die Kosten für Gebäude und Grundstück, nicht aber die Sanierung selbst.


Die Darlehenshöhe liegt bei:

1 Kind: maximaler Kreditbetrag 100.000 Euro

2 Kinder: maximaler Kreditbetrag 125.000 Euro

ab 3 Kindern: maximaler Kreditbetrag 150.000 Euro

 

Was bringt die Förderung?

Nach der Abschaffung des Baukindergelds wurde das Programm 300 „Wohneigentum für junge Familien“ ins Leben gerufen. Allerdings mit mäßigem Erfolg. Familien mit einem ähnliche Haushaltseinkommen wie beim neuen Programm „Jung kauft alt“ bekommen damit den Kauf eines Neubaus oder Bau eines energieeffizienten Objekts gefördert. Allerdings muss die neue Immobilie mindestens den Energieeffizienzstandard EH 40 erreichen – und das ist so teuer, dass das Förderprogramm nicht wirklich erfolgreich ist. Aber wie sieht es mit der neuen Förderung aus? Um eine Immobilie mit einer sehr schlechten Energieeffizienz auf den Standard eines Effizienzhaus 70 zu bringen, braucht es schon einige Maßnahmen. In der Regel werden das mindestens neue Fenster, eine ausreichende Dämmung und eine neue Heizung sein. Letztere muss per Gesetz zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das geht ins Geld. Und ob die Förderung da ausreicht, um jungen Familien diesen Schritt zu ermöglichen, wird sich erst noch zeigen müssen.

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